Die Manuelle Medizin

Die Manuelle Medizin beschäftigt sich intensiv mit der ganzheitlichen manualmedizinischen Diagnostik und der Therapie von reversiblen Funktionsstörungen des Bewegungssystems. Unter Nutzung der wissenschaftlichen Grundlagen, Kenntnisse und Verfahren weiterer medizinischer Gebiete erfolgt die Befundaufnahme an dem Bewegungssystem, dem Kopf, viszeralen und bindegewebigen Strukturen sowie die Behandlung ihrer Funktionsstörungen mit der Hand unter präventiver, kurativer und rehabilitativer Zielsetzung.

Manuelle Medizin – Wissenschaftlich fundierte Diagnostik und Therapie

Die Manuelle Medizin ist eine zunehmend evidenzbasierte, patientenzentrierte Methodik zu Diagnostik und Therapie funktioneller Störungen des Bewegungssystems. Sie basiert auf komplexen neurophysiologischen und biomechanischen Grundlagen und ergänzt die ärztliche Tätigkeit interdisziplinär in zahlreichen Fachgebieten: insbesondere in Allgemeinmedizin, Orthopädie, Sportmedizin, Schmerzmedizin, Physikalischer und Rehabilitativer Medizin, HNO-Heilkunde, Kinderheilkunde und Arbeitsmedizin.

Störungen in der sensomotorischen Regulation können segmentale und somatische Dysfunktionen verursachen, die sich u. a. in lokalen Schmerzen, „Referred Pain“-Syndromen oder viszeralen Beschwerden äußern. Über myofasziale und neuronale Verschaltungen können diese Störungen auf andere Körperregionen übertragen werden.

Therapie

Der therapeutische Erfolg manueller Interventionen beruht auf der gezielten Einflussnahme auf das propriozeptive System, was zu einer Verbesserung der sensomotorischen Regulation führt. Propriozeptive Reize entfalten zudem eine direkte schmerzhemmende Wirkung im Zentralnervensystem (ZNS). Die Behandlung umfasst Gelenke, myofasziale Strukturen und viszerale Systeme, mit dem Ziel, segmentgenau wirksame Reize zur Wiederherstellung funktioneller Balance zu setzen.

Diagnostische Bedeutung

Ein tiefes Verständnis der funktionellen Zusammenhänge ist essenziell für die Differenzialdiagnostik, besonders bei unklaren oder widersprüchlichen Befundlagen. Auch strukturelle Pathologien können über funktionelle Ketten reflektorische Beschwerden auslösen. Die Manuelle Medizin bietet hier einen differenzierten Zugang zu Beurteilung und Therapie. Bei richtiger Indikation zeichnen sich die Diagnose- und Therapieverfahren als risikoarm und hoch wirksam aus.

Unsere Weiterbildung

Die Zusatzweiterbildung „Manuelle Medizin“ vermittelt wissenschaftlich fundierte manuelle Techniken in Theorie und Praxis. Mit Hilfe der Weiterbildung in Manueller Medizin lässt sich das ärztliche Handeln hinsichtlich der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten enorm erweitern. Die Absolventinnen und Absolventen unserer Kurse werden darin geschult, gezielt mit Radiologen zusammenzuarbeiten und spezifischere Anforderungen zu formulieren. Zudem werden sie dazu angehalten Operationsindikationen verantwortungsbewusst abzuwägen und ihre Patientinnen und Patienten somit auf dem Weg zu einem beschwerdefreien Alltag – sowohl im Beruf als auch im sportlichen Umfeld – kompetent zu begleiten.

Gründe für die Weiterbildung in Manueller Medizin

  • Erweiterung und Vervollkommnung des eigenen diagnostischen Spektrums (über die Grenzen der gerätegestützten Diagnostik hinaus), Analyse von Störungen in der Funktion oder Struktur des Bewegungsapparates mit den eigenen Händen
  • Erlangung von höherer Sicherheit bei der Interpretation gerätetechnischer Befunde in Korrelation zu den geklagten Beschwerden des Patienten
  • Vermittlung manualmedizinscher Fertigkeiten, um den diagnostischen Prozess in der Praxis direkt in eine wirksame und hoch-effektive Form der Therapie am Bewegungsapparat zu überführen
  • Aufbau eines intensiven Arzt-Patienten-Verhältnisses durch Diagnostik und Therapie mit den eigenen Händen
  • Die praktische Anwendung manualmedizinischer Behandlungstechniken am Bewegungsapparat, um somit reversible und komplexe Funktionsstörungen des Bewegungssystems effektiv behandeln zu können
  • Die Cyriax-Methodik orientiert sich streng an der funktionellen Anatomie und berücksichtigt Aspekte der Neurophysiologie, der Biomechanik, der Anatomie in vivo sowie der Regulation des neuromuskulären Systems. Darüber hinaus beschäftigt sie sich mit den Wechselwirkungen des Bewegungssystems mit anderen Organsystemen. Dieses ganzheitliche Konzept zeichnet die Cyriax-Methodik aus
  • Hohe berufliche Zufriedenheit durch hohe Patientenzufriedenheit
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